Chuck the Dog

ein Fotoblog für meinen Hund und andere Stadthunde in Berlin

Was passiert, wenn Du einen Hund hast – Teil 2

Was passiert mit einem wenn man sich einen Hund anschafft? Wie verändert man sich selbst? Im Teil 1 hatte ich ja schon beschrieben wie ich auf den Hund gekommen bin.

Vom eigenen Blick auf den Kiez:

Du lernst Deinen Kiez mit Deinem Hund erst richtig kennen! Warum? Ganz einfach: Wer ohne Hund in Berlin unterwegs ist, hat meist ein Ziel. Auf dem Weg dahin wird nicht viel geguckt – außer vielleicht auf die Uhr oder auf das Smartphone – nochmal schnell die letzten Nachrichten checken und ein paar Likes in seiner bevorzugten Social-Community verteilen. Zudem: Wenn man ein Ziel hat, dann möchte man es möglichst ohne Umwege erreichen. Kaum jemand wird in eine Nebenstraße einbiegen, wenn das nicht der kürzeste Weg zum Ziel ist.

Mit Hund ist das anders. Man verändert sich, geht langsamer und mit offeneren Augen durch die Straßen und Parks. Man biegt hier und dort ab und mit etwas Glück, findet man wunderschöne versteckte Ecken, die dem hundelosen „Normalbürger“ verborgen bleiben. Und das nur, weil der Hund mal wieder nicht weiter will, lieber noch zwei Minuten an der Hausecke riechen möchte oder kurz mal ein Häufchen macht. Dauernd aufgehalten zu werden mag sich zunächst Stress anhören – ist es aber nicht. Man gewinnt Zeit, das Umfeld näher zu betrachten: Straßenschilder, Häuser, Schaufenster, Bäume, Menschen und Graffitis, von denen man im Normalfall nie Notiz genommen hätte, stechen nun ins Auge.

Man geht nicht mehr einfach von A nach B; man flaniert und bummelt durch die Stadt. Man entdeckt die Besonderheiten aller Straßen, Wege, kleiner Ecken und Geschäfte seines Viertels neu. Es dauert eine Weile, bis man sich als neuer Hundehalter in seinem zuvor vermeintlich vertrauten Kiez oder der Stadt wieder organisiert hat: Man lernt, in welche Geschäfte man seinen Hund mitnehmen darf und in welche besser nicht. An der Eingangstür nach einem Hinweis-Schild zu suchen reicht meist nicht. Einige Ladenbesitzer haben keine und verweisen einen sofort nach draußen, sobald man reinkommt. Andere sind zu Ausnahmen bereit und entpuppen sich plötzlich als Hundefreunde, die Leckerlis hinterm Ladentresen versteckt haben und diese für ein Streicheln des Hundes offenherzig aus der Hand wegschlappern lassen.

 


Im nächsten Teil geht es um die „Hunde-Community“.

Wie ich auf den Hund gekommen bin, erzähle ich in der Einführung der Mini-Serie „Was passiert, wenn Du einen Hund hast“. Du kannst ihn hier lesen.

Bilder von Chuck und seinen ersten Tagen bei mir kannst Du hier sehen.

 

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2018 Chuck the Dog